Investoren » Börsennotierte Beteiligungspools für den Mittelstand?
Meistens drücken wir uns absichtlich kompliziert aus, wenn wir von Finanzinvestoren sprechen. Wir sagen dann „Finanzinvestoren des Private Equity“. Ja welche denn sonst? Offensichtlich ist das ein „weißer Schimmel“ oder Hendiadyoin. Eben nicht. Es gibt nicht nur DEN Finanzinvestor. Private Equity ist ein Segment, Hedgefunds sind zum Beispiel ein anderes. Und in Deutschland gibt es eine kleine Konjunktur von börsennotierten Beteiligungspools, deren Anlagemanagement oft nicht identisch mit dem Vorstand ist. Die Anleger an der Börse zeichnen zweistellige Millionenbeträge bei der Erstnotierung oder Kapitalerhöhung. Basis ist meist ein Prospekt mit der Angabe eines Beteiligungsfokus. Es sind noch keine Unternehmen im Topf, wenn das Risikokapital zur Verfügung gestellt wird. Ausgerichtet sind die Beteiligungsvehikel auf den mehrheitlichen Erwerb von mittelständischen Unternehmen mit Umsätzen unter EUR 20 Mio. oder sogar noch weit darunter. Kommen jetzt endlich die so lange vermissten Private Equity Fonds auch für den Mittelstand? Nochmals: eben nicht. Das Model des Private Equity ist ein ganz anderes. Die börsennotierten Beteiligungstöpfe werden nach ganz anderen Prinzipien geführt werden (müssen). Der Kurs solcher Gesellschaften wird sich aus den aktuellen Ergebnissen der konsolidierten Beteiligungen ergeben. Nicht aus den möglichen Erlösen aus einem Exit nach drei bis sieben Jahren.